Geschichten und Gedanken Teil 22- Winter

 

Nun neigt sich der Jahreslauf dem abrupten Ende zu. Winter ist es geworden, aber für mich kein Anlass, in Stille und Tatenlosigkeit zu verfallen!
Man möge ein letztes Mal Friedrich Hölderlin Aufmerksamkeit schenken, um mit ihm -trotz augenscheinlicher Vorbehalte- der kalten Zeit einzelne Vorzüge abzutrotzen.
In einem Gedicht bemerkt er eher kraftlos:
Weh mir, wo nehm ich, wenn
Es Winter ist, die Blumen, und wo
Den Sonnenschein
Und Schatten der Erde?
Die Mauern stehn
Sprachlos und kalt, im Winde
Klirren die Fahnen.
 
Danach meint er in einem Spätwerk:
 
Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet
Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen,
Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen
Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet.
 
Der Erde Stund ist sichtbar von dem Himmel
Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben,
Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel,
Und geistiger das weit gedehnte Leben.
 
Dankbar dürfen wir das Jahr 2009 der Vergangenheit übergeben. Mögen Weihnachten und der Jahreswechsel harmonisch verlaufen und die kommenden Monate die Erfüllung unserer Träume bringen.